Live Review: BARB WIRE DOLLS (Gre/USA) // support: MALEMUTE kiD (It) / NO FUN (Ger)

Barb Wire Dolls // Malemute Kid // No Fun, 25.04.2014, SG-Club Erfurt

Von den BARB WIRE DOLLS bekam ich vor gut einem Jahr auf einem kleinen Punk-Festival der JG-Stadtmitte Jena das erste Mal etwas mit. Dort haben sie nachmittags um vier gespielt und ich sah leider nur die letzten beiden Lieder des Konzerts. Trotzdem haben diese kurzen Minuten ausgereicht, um echt Eindruck bei mir zu hinterlassen. Es war mir aber nicht vergönnt die Band im letzten Jahr noch einmal live zu sehen, obwohl sie sich wirklich den Arsch abgetourt haben. Ich weiß nicht wieviel Gigs das waren, aber die stolze 250er-Marke wurde sicher geknackt. Nun hat sich die Band erneut auf Tour gemacht, der Start erfolgte letzten Freitag im SG-Club in Erfurt. Logisch, ich bin da hin.

Den Support lieferten zum einen NO FUN aus Deutschland, die schon mal gut vom Leder zogen. Das war ordentlich und hat mir gut gefallen, wenngleich mir zwei-drei Lieder ein bisschen zu brav waren. Trotzdem, NO FUN kann man auf dem Zettel behalten!

Zum anderen gaben sich MALEMUTE kiD aus Italien die Ehre, die mehr so den melodiösen Punk in die Gitarre klopften – das aber mit viel Wucht. Allerdings ist der Melody-Punk mit seinen sing-a-longs so gar nicht meine musikalische Baustelle, von daher kann nicht so viel zu sagen. Aber Gas gegeben haben sie ordentlich, der Sänger war während seiner Zwischenansagen ultraheiser. Also auch hier Daumen hoch!

Nun zu den BARB WIRE DOLLS. Die Band besteht eigentlich aus drei Leuten, zur Tour haben sie sich noch eine Bassistin mitgenommen. Ursprünglich stammen sie aus Griechenland, sind aber inzwischen in Los Angeles beheimatet und gelten mittlerweile als riesengroße Hoffnung, die Punkszene wieder ein bisschen mehr in die Öffentlichkeit zu rücken. Klar, sie spielen viel mit all den Attributen, welche die Szene so für sich beansprucht – das aber auf eine ultracharmante Art, so dass es wirklich Spaß macht da zuzuschauen. Musikalisch gehören sie klar zu den Besten ihres Fachs. Ihr Debutalbum „Slit“ wurde ganz im Sinne des Do It Yourself-Gedankens via Kickstarter finanziert und anschließend von Steve Albini aufgenommen, der mit Nirvana oder Iggy & The Stooges schon viel größere Kaliber am Mischpult hatte.

Das Konzert ging gescheit los, erstmal gab es ein Mittelfinger von Frontfrau Isis Queen für die gesamte Welt, nach 20 Sekunden fand sich auch schon der erste Bierbecher auf dem Parkett wieder. Musikalisch gab es wie zu erwarten nichts zu meckern, ich hatte aber auch nichts anderes erwartet. Ein leicht rundlicher Punk beanspruchte im Laufe der ersten Minuten die erste Reihe für sich – musste er allerdings auch, geradestehen ging nur noch bedingt. Ich tippe auf gute 2,1 Promille zu Beginn der Show. Das steigerte sich während des Abends noch, auch wenn er seine Bierflaschen immer nur zur Hälfte ausgetrunken hat. Der Rest landete auf der Bühne, dem Boden oder im Publikum – der hat da bestimmt fuffzehn Euro hergeschenkt. Machte aber nix, somit wurde er grundlegender Teil des Abends, ihm hats scheinbar so gefallen. Ein bisschen Bange wurde mir, als die Sängerin sich hinterrücks auf seine Schultern gewuchtet hat. Die Situation wusste er aber souverän zu meistern.

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(Foto von Boombatze Entertainment)

Überhaupt das Konzert: großartig! Ich lehne mich mal aus dem Fenster, die BARB WIRE DOLLS sind eine der momentan besten Livebands auf Planet Earth. Die Sängerin mit wahnsinnig viel Energie, immer in Interaktion mit dem Publikum. Der Gitarrist permanent am Kaugummi kauen und ultrafit am Gerät, der Schlagzeuger vollkommen überzeugend hinter der Schießbude.

Nach gut 40 Minuten fiel der Strom aus und es folgte einer der besten Momente des Abends: Isis Queen nutze die Gunst der Stunde und hielt Smalltalk mit allen Leuten, die zu Gast waren. Stellte sich persönlich vor, bedankte sich fürs Kommen und fragte selbst, wo man denn so her sei und ob das Konzert soweit gefällt. Auch der Rest der Band blieb entspannt, lachte und ruhte sich einfach mal kurz aus. Sehr symphatisch das Ganze. Die Reparaturarbeiten dauerten eine Weile, als dann aber eine neue Verteilerdose aufgetrieben wurde, konnte es weitergehen. Allerdings übersteuerte der Bass die restliche halbe Stunde ganz massiv. Aber hey, wir waren hier auf einer Punkrock-Show, das gehört so!

Nach dem Stromausfall kam dann so richtig Stimmung auf, immer mal kurze Pogotänze, rundum zufriedene Gesichter und zu guter Letzt noch einige Zugaben. Nach dem Konzert der übliche Treff von Band und Besucher am Merchstand, auch hier war es wieder zu sehen: sehr nett, die BARB WIRE DOLLS! Ich bin Fan!

Ein rundum gelungener Abend, ich hatte eine gute Zeit! Ein paar Zuschauer mehr hätte ich mir für den Veranstalter und die Bands gewünscht. Aber alle, die da waren, sahen eine hervorragende Show. So ein Ärgernis wie den Stromausfall kann man getrost außer Acht lassen, so isses halt mal auf einem kleinen Konzert! Leute, wenn BARB WIRE DOLLS in eurer Nähe spielen, geht da hin! Die aktuellen Termine findet ihr hier.

FAZIT: 8 von 10 Punkten!

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Ein Gedanke zu „Live Review: BARB WIRE DOLLS (Gre/USA) // support: MALEMUTE kiD (It) / NO FUN (Ger)

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