Ermittlungen wegen Landesverrats gegen netzpolitik.org – „Eine Schande ist das!“

Das gegen netzpolitik.org wegen Landesverrats ermittelt wird, habt ihr hoffentlich mitbekommen. U-N-F-A-S-S-B-A-R! Ich zitiere jetzt einfach mal großzügig Fefe, denn der sagt alles dazu.

Erinnert ihr euch an den Generalbundesanwalt? Der Typ, der die NSA und die NASA nicht auseinanderhalten kann.

[…]

DER TYP ermittelt jetzt wegen Landesverrats gegen netzpolitik.org. Was hat Netzpolitik.org getan? Merkels Telefon abgehört? Massenweise deutschen Internet-Traffic abgeschnorchelt? Via BND Industriespionage gegen deutsche Ziele verübt? Aber nicht doch! Wer sowas tut, wird ja nicht verfolgt bei uns. Wir verfolgen lieber Journalisten dafür, dass sie ihre Arbeit machen. Während der ganze Rest der Journallie lieber Bratwurstjournalismus betreibt und „wie aus uns vorliegenden Dokumenten hervorgeht“-Pullermannjournalismus betreibt und „wie es aus Regierungskreisen hieß“ für eine Quellenangabe halten, während die „gewöhnlich gut unterrichtete Quellen“ „zitieren“, stellt netzpolitik.org die Originaldokumente online. Und DIE werden jetzt verfolgt?! Wegen Landesverrats?

Eine unfassbare Frechheit.

[…]

EINE SCHANDE IST DAS! SCHANDE!

Und damit hat er so was von Recht.

Ach Übrigens, der Vollständigkeit halber. Es steht ja die Frage im Raum, wer uns verraten hat. […] möchte ich kurz erwähnen, dass der Generalbundesanwalt weisungsgebunden ist und dem Justizministerium untersteht. Der Justizminister heißt Heiko Maas und ist bei der SPD.

Noch Fragen?

(via fefe)

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Pegida ist es zu hell

Die Klappspaten von Pegida hauen einen raus und ich brech gleich ab.

Pegida_ist_es_zu_hell

Jaja, blabla und so weiter. Dann aber weiter unten im selben Text das hier:

Pegida_ist_es_zu_hell_2

Zu hell für die Revolution, ja? Hahaha!!!

(Screenshots und Einfärbung von mir, verlinken werde ich das aber nicht. Das könnt ihr bei Bedarf selber auf deren Facebook-Seite suchen.)

„Panorama“ lässt die Pegida-Demonstranten einmal reden

Heute Abend lief im Ersten das Politikmagazin „Panorama“. Die Reporter waren am Montag in Dresden auf der Pegida unterwegs und haben die Demonstranten einfach einmal reden lassen. Und ich muss mich gleich übergeben.

(youtube direktlink)

(youtube direktlink)

Der Islam wird Staatsreligion? 70% – 80% Ausländeranteil in den deutschen Städten? Weihnachten wird abgeschafft? Wir dürfen zum Beten bald nur noch in Moscheen gehen? Genau so einen Scheiß erzählen die da. Und zwar nicht die Redner auf den Bühnen. Nein, die werden sich hüten. Es sind die Demonstranten, die solche Dinge absondern. Diejenigen, die immer behaupten, sie würden kein rechtes Gedankengut mit sich herumtragen. Diejenigen, die behaupten, sie hätten ja nichts gegen Ausländer. Diejenigen, die behaupten, sie wären das Volk.

Möchte man aber wirklich ein Teil eines Volkes sein, dass einem solche Dinge entgegenwirft? Dinge wie den Vorschlag, alle neu angekommen Asylsuchenden erst einmal zu isolieren, damit sie ja nicht ihre Bazillen in die Luft schleudern können? Man weiß ja schließlich nicht was die alles so mitbringen.

Furchtbar ist das. Und ekelhaft noch dazu.

Immer wieder beschweren sich die Teilnehmer, sie würden zu Unrecht als „Nazis“ diffamiert, man wolle sie mutwillig in die rechtsradikale Ecke schieben, obwohl es sich größtenteils um „ganz normale Bürger“ handle. Und obwohl auch bekannte Neonazis und organisierte Rechtsextremisten in Dresden mitmarschieren, ist das Spektrum der Teilnehmer tatsächlich keinesfalls auf einschlägige rechtsradikale Kreise beschränkt: Vom Rentner bis zum jungen Pärchen ohne erkennbare äußere Abzeichen einer extremen politischen Einstellung reicht die Bandbreite der Pegida-„Bewegung“, wie sie sich selbst gerne nennt.

(Pressetext Panorama)

Hier ist der Link zum Panorama-Beitrag. Die Interviews sind dort ungekürzt zu sehen. Und wenn man sich anhört, was dort in die Mikrofone gesprochen wird, kann man wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Wenn man es denn überhaupt aushält.

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/Kontaktversuch-Luegenpresse-trifft-Pegida-,pegida136.html

Wenn der Name einer Demonstration schon mit dem Wort „Patriotisch“ beginnt, dann sollte man eigentlich von vornherein wissen, dass der Wind rechts vorbeipfeifft…

Wirr ist das Volk

In Zeiten von unerträglichen Pegida-Demonstrationen, Mahnwachen gegen linke Landesregierungen und Hooligans, die es neuerdings auch auf die politische Bühne schaffen wollen, trifft es die Partei „Die Partei“ auf den Punkt.

(via kraftfuttermischwerk)

Kommentar der „Tagesschau“ zur Wahl von Bodo Ramelow in Thüringen

Die Tagesschau mit einem wirklich prima Kommentar von Christoph Lütgert anlässlich der Wahl des ersten linken Ministerpräsidenten in Deutschland:

Man kann das rot-rot-grüne Bündnis in Thüringen und die Wahl von Bodo Ramelow zum ersten Ministerpräsidenten der Linkspartei gut finden oder schlecht – für beide Sichtweisen mag es Gründe geben. Aber das Lamento der Verlierer-CDU wie der CSU ist an Verlogenheit kaum noch zu überbieten.

Die christdemokratischen und christsozialen Heulsusen blenden die unrühmliche Vergangenheit ihrer Partei in der DDR dermaßen frech aus, dass man es schon unverschämt nennen muss. Ramelows Wahl sei „ein Tag der Schande für das wiedervereinigte Deutschland“ tönt es aus der Union, ein Schlag ins Gesicht der SED-Opfer, eine Beleidigung für die Menschen, die vor 25 Jahren in der DDR für die Freiheit auf die Straße gegangen seien. CDU-Generalsekretär Peter Tauber warnt SPD, Grüne und Linkspartei in Thüringen „Geschichtsklitterung“ vor.

Geschichtsklitterung mit Schimpfkanonaden

Dabei ist es die Union, die mit ihren moralisierenden Schimpfkanonaden skrupellos klittert. Augenscheinlich ist vergessen, wie ungeniert sich die CDU des legendären Einheitskanzlers Helmut Kohl nach dem Fall der Mauer die DDR-CDU mitsamt deren Vermögen einverleibte, obwohl die es kaum weniger schlimm als die SED getrieben hatte.

Dass die Ost-CDU als Blockpartei fest an der Seite der SED mitverantwortlich für das DDR-Unrechtsregime war, störte die Parteifreunde im Westen nicht. Mit Pathos und Absingen der Nationalhymne schlossen sich im vereinten Deutschland die Christdemokraten aus Ost und West zusammen.

Ost-CDU bedenkenlos eingegliedert

Bedenkenlos wurden Männer in höchste Staats- und Parteiämter gehievt, die noch kurz vorher Mitläufer oder sogar Mittäter im repressiven DDR-System waren: Erster CDU-Ministerpräsident nach dem Mauerfall wurde beispielsweise in Thüringen Josef Duchac, ein Politiker, schon zu DDR-Zeiten ganz oben, dessen Vergangenheit gewiss sehr viel kritischer zu bewerten war als heute die Vergangenheit des linken Wessis Bodo Ramelow.

Vergessen und faktisch vergeben, was der Vorsitzende der CDU-Ost, Gerald Götting, noch kurz vor dem Zusammenbruch der DDR herausposaunt hatte: „Unsere historische Entscheidung für den Sozialismus, für die Teilnahme an seinem Aufbau in der Deutschen Demokratischen Republik war richtig und hat sich bewährt.“ Und dass im Zentralorgan der DDR-CDU jedes Jahr zum 13. August die Mauer gefeiert und damit die Mauertoten verhöhnt wurden – Schwamm drüber.

Jetzt also stellt die Linkspartei, die SED-Nachfolgepartei, in Thüringen den Ministerpräsidenten. Über zwei Jahrzehnte lang machte das die Nachfolge-Organisation der CDU-Blockpartei. Und die hat nicht mal den Namen gewechselt. Trotzdem ist Thüringen nicht untergegangen.

Nuff said!

Btw: kommt doch jetzt raus, dass sich die CDU nicht zu schade dafür war Gespräche mit der AfD zu führen – um Rot-Rot-Grün zu verhindern. Die schlechtesten Wahlverlierer der jüngsten Geschichte!

(via Katharina König. Übrigens: mein Glückwunsch!)

Antilopen Gang – Beate Zschäpe hört U2

Aus aktuellem Anlass: supportet alle mal bitte die Antilopen Gang!!!

(youtube direktlink)

Wer die Hintergründe noch nicht kennt schaut hier, hier, hier und hier.